Löwenimpuls aus der App Löwenmut & Mückentanz
Gefühle benennen: dem Gefühl deines Kindes einen Namen geben
Wenn dein Kind weint oder wütend wird, ist der erste Reflex oft: trösten, ablenken, lösen. Dieser Löwenimpuls geht einen anderen Weg. Du gibst dem Gefühl einen Namen und bleibst einen Moment dabei. So lernt dein Kind nach und nach, seine Gefühle zu verstehen, und das ist der Anfang von Selbstregulation.
Emotionale Kompetenz Löwenimpuls LW-005
Gefühle bekommen einen Namen.
Tagesimpuls
Begleite dein Kind heute dabei, einem Gefühl einen Namen zu geben. Wenn es zum Beispiel traurig, wütend oder enttäuscht ist, versuche nicht sofort, diese Emotion abzunehmen oder abzumildern.
Bleib einen Moment bei deinem Kind und gib dem Gefühl einen Namen. Du musst es nicht immer genau treffen. Wichtiger ist, dass dein Kind merkt: "Mama oder Papa sehen mich und mein Gefühl."
Alltagsbeispiel
Dein Kind fängt an zu weinen, weil der Turm, an dem es mit so viel Ausdauer gebaut hat, gerade umgefallen ist.
Statt sofort zu trösten oder abzulenken, sagst du:
„Ich glaube, du bist gerade richtig traurig darüber, dass der Turm umgefallen ist. Das kann ich gut verstehen. Du hattest dir so viel Mühe gegeben.“
Vielleicht sagt dein Kind etwas, nickt oder drück sich ohne weiterer Worte einfach nur feste an dich.
Das ist völlig in Ordnung.
In diesem Moment geht es nicht darum, unbedingt das richtige Gefühl zu treffen.
Viel wichtiger ist es, deinem Kind ein mögliches Gefühl anzubieten.
So zeigst du:
„Ich interessiere mich für das, was du fühlst.“
Und gleichzeitig hilfst du deinem Kind dabei, seine Gefühle nach und nach kennenzulernen.
Hintergrund und Vertiefung, wenn du mehr wissen oder passende Worte finden möchtest:
Das kannst du sagen
- „Ich glaube, du bist gerade richtig traurig darüber, dass der Turm umgefallen ist. Das kann ich gut verstehen. Du hattest dir so viel Mühe gegeben.“
- „Ich sehe, dass dich das gerade beschäftigt.“
- „Mir würde es genauso gehen, ich kann dich gut verstehen.“
Warum ist das wichtig
Kinder lernen den Umgang mit ihren Gefühlen nicht von allein.
Sie brauchen Erwachsene, die Gefühle wahrnehmen, benennen und annehmen.
Dadurch entwickeln sie nach und nach die Fähigkeit, ihre Emotionen besser zu verstehen und zu regulieren.
Das stärkt ihre Resilienz und hilft ihnen, auch mit schwierigen Gefühlen sicherer umzugehen.
Wirkung auf dein Kind
Emotionale KompetenzSelbstwahrnehmungSelbstregulationSprachentwicklungVertrauen
In der App gibt es zu diesem Impuls noch mehr
Den Hintergrund („Worum geht es?“), was du dabei besser vermeidest, zwei Fragen zum Nachdenken am Abend und ein gutes Wort für Tage, an denen es nicht klappt. Und morgen den nächsten Impuls.
Weitere Löwenimpulse
Jeden Tag steht ein anderer dieser Impulse als Löwenimpuls des Tages auf jeder Seite dieser Website.
- Selbstvertrauen & soziale KompetenzUm Hilfe zu bitten ist mutig.
- Selbstannahme & innere StärkeIch bin gut, so wie ich bin.
- Grenzen & emotionale StärkeEin liebevolles Nein darf ein Nein bleiben.
- SelbstregulationMedienzeit liebevoll beenden.
- SicherheitWiederholung gibt Sicherheit.
- Emotionale SicherheitEine kleine Botschaft von Herzen.
Häufige Fragen dazu
Muss ich das Gefühl immer richtig treffen?
Nein. Wichtiger als der Treffer ist das Angebot. Dein Kind merkt: Mama oder Papa sehen mich. Liegst du daneben, korrigiert dein Kind dich oft von selbst, und auch das ist Übung im Benennen.
Ab welchem Alter kann ein Kind Gefühle benennen?
Schon Zwei- bis Dreijährige verstehen Worte wie traurig, wütend oder enttäuscht, wenn Erwachsene sie regelmäßig benutzen. Bei älteren Kindern hilft es, feinere Unterschiede anzubieten, etwa enttäuscht statt nur wütend.
