Für sich einstehen lernen
Selbstbehauptung bei Kindern
Selbstbehauptung heißt nicht, der Stärkste zu sein, sondern zu wissen, wer man ist, und freundlich, aber klar für sich einzustehen. Kinder, die das lernen, geraten seltener in die Opferrolle und trauen sich, „Stopp“ zu sagen.
Selbstbehauptung in Kürze
- Bedeutung: die eigenen Grenzen, Wünsche und Meinungen kennen und freundlich, aber klar vertreten.
- Keine Selbstverteidigung: Es geht um Haltung, Stimme und Worte, nicht um Kampftechniken.
- Lernbar: Schon im Kita-Alter beginnt es, gefestigt wird es in der Grundschule, am besten durch Üben im Alltag.
- Wirkt gegen Mobbing: Kinder, die Stopp sagen und Hilfe holen können, geraten seltener in die Opferrolle.
Was bedeutet Selbstbehauptung bei Kindern?
Selbstbehauptung ist die Fähigkeit, die eigenen Bedürfnisse, Grenzen und Meinungen wahrzunehmen und angemessen zu vertreten, ohne Aggression, aber mit Klarheit. Für Kinder heißt das konkret: „Nein“ und „Stopp“ sagen können, sich nicht kleinmachen lassen, Hilfe holen, wenn es nötig ist, und die eigene Körpersprache selbstbewusst einsetzen.
Selbstbehauptung ist eng mit Resilienz und Selbstbewusstsein verbunden: Wer weiß, was er wert ist, kann sich leichter behaupten, und wer sich behaupten kann, wird widerstandsfähiger.
Selbstbehauptung oder Selbstverteidigung: Wo ist der Unterschied?
Ein häufiges Missverständnis: Selbstbehauptung ist keine Selbstverteidigung. Es geht nicht um Kampftechniken oder körperliche Gegenwehr, sondern um die Fähigkeit, Konflikte gar nicht erst eskalieren zu lassen, durch Haltung, Stimme und klare Worte. Das Motto des Trainings bringt es auf den Punkt: „Stark für Kinder“ (früher „Stark auch ohne Muckis“).
Selbstbehauptung ist …
Haltung, Stimme und klare Worte. „Nein“ und „Stopp“ sagen, für sich einstehen, Hilfe holen, damit ein Konflikt gar nicht erst eskaliert.
… keine Selbstverteidigung
Keine Kampftechniken und keine körperliche Gegenwehr. Stark wird ein Kind hier durch innere Sicherheit, nicht durch Muskeln.
Woran erkenne ich, dass mein Kind Selbstbehauptung lernen sollte?
Achte auf diese Zeichen:
- Dein Kind wird geärgert, ausgelacht oder ausgegrenzt und weiß nicht, wie es reagieren soll.
- Es traut sich nicht, seine Meinung zu sagen, oder gibt schnell nach.
- Es zieht sich zurück oder wirkt in der Gruppe unsicher.
- Es reagiert auf Konflikte entweder gar nicht, oder mit Wut.
Selbstbehauptung nach Alter: Was Kinder wann lernen können
Selbstbehauptung wächst mit dem Kind. Diese Orientierung hilft dir, die Übungen passend auszuwählen.
Kita-Alter, 4 bis 6 Jahre
Gefühle benennen („Ich bin wütend“), laut „Stopp“ sagen, Hilfe bei einer Erzieherin holen. Am besten spielerisch, mit Kuscheltieren oder im Rollenspiel.
Grundschule, 6 bis 10 Jahre
Nein sagen, ohne sich zu entschuldigen, mit fester Stimme und aufrechtem Stand. Auf Hänseleien gelassen reagieren und wissen, wann man einen Erwachsenen einschaltet. In diesem Alter wirkt ein Training besonders gut.
Ab 10 Jahren
Die eigene Meinung in der Gruppe vertreten, auch wenn andere anders denken. Gruppendruck erkennen, zum Beispiel im Klassenchat, und sich bewusst entscheiden.
Mädchen und Jungen
Die Übungen sind für alle Kinder gleich wichtig. Mädchen hören oft, sie sollen lieb sein, Jungen, sie sollen sich wehren. Selbstbehauptung zeigt beiden einen dritten Weg: klar, ruhig und ohne Gewalt.
5 einfache Selbstbehauptungs-Übungen für Kinder
Für zu Hause, ohne Vorbereitung, am besten spielerisch und oft.
Die feste Stimme
Laut und deutlich „Stopp!“ üben, erst spielerisch, dann ernst.
Der sichere Stand
Füße hüftbreit, aufrechte Haltung: „So stehe ich, wenn ich stark bin.“
Der klare Blick
Dem Gegenüber in die Augen schauen statt auf den Boden.
Das große Nein
Üben, „Nein“ zu sagen, ohne sich zu entschuldigen.
Hilfe holen ist stark
Gemeinsam überlegen: Wen kann ich ansprechen?
Selbstbehauptungstraining für Kinder: Was passiert im Kurs?

In einem Selbstbehauptungskurs üben Kinder in einer kleinen Gruppe genau die Situationen, die sie aus Schule und Freizeit kennen: Jemand nimmt etwas weg, lacht über sie, drängelt vor oder lässt sie nicht mitspielen. Im Rollenspiel probieren sie aus, wie sie mit Haltung, Stimme und klaren Worten reagieren, und erleben, dass es wirkt.
Mein Training nach „Stark für Kinder“ richtet sich an Kinder von 6 bis 10 Jahren und findet an zwei Vormittagen an einem Wochenende statt, als offener Kurs in Essen-Kettwig und in Mülheim an der Ruhr. Für Kitas, Schulen und Vereine komme ich auch vor Ort, im Ruhrgebiet, in Düsseldorf und Velbert. Die nächsten Termine findest du unter Termine, alle Städte auf der Übersichtskarte.
Häufige Fragen zur Selbstbehauptung bei Kindern
Was bedeutet Selbstbehauptung bei Kindern?
Selbstbehauptung ist die Fähigkeit eines Kindes, seine Grenzen und Bedürfnisse wahrzunehmen und freundlich, aber klar zu vertreten, „Nein“ und „Stopp“ sagen, für sich einstehen und Hilfe holen, ohne aggressiv zu werden.
Ist Selbstbehauptung dasselbe wie Selbstverteidigung?
Nein. Selbstbehauptung setzt bei Haltung, Stimme und dem Setzen von Grenzen an, nicht bei Kampftechniken. Ziel ist, Konflikte gar nicht erst eskalieren zu lassen, stark auch ohne Muckis.
Ab welchem Alter können Kinder Selbstbehauptung lernen?
Schon im Kita-Alter, richtig gefestigt wird sie im Grundschulalter. Das Training „Stark für Kinder“ richtet sich an Kinder von 6 bis 10 Jahren.
Wie lernt mein Kind, sich zu behaupten?
Durch Üben in echten Situationen: feste Stimme, sicherer Stand, klarer Blick und ein klares „Nein“. In der Gruppe, etwa im Training, erleben Kinder das am nachhaltigsten und gewinnen Sicherheit für den Alltag.
Was ist der Unterschied zwischen Selbstbehauptung und Selbstbewusstsein?
Selbstbewusstsein ist das innere Gefühl, wertvoll zu sein und etwas zu können. Selbstbehauptung ist das, was man nach außen zeigt: die eigenen Grenzen vertreten, Nein sagen, für sich einstehen. Beides stärkt sich gegenseitig. Mehr dazu im Beitrag Selbstbewusstsein stärken.
Gibt es einen Selbstbehauptungskurs für Kinder in meiner Nähe?
Offene Kurse gibt es in Essen-Kettwig und in Mülheim an der Ruhr. Für Kitas, Schulen und Vereine im Ruhrgebiet, in Düsseldorf und Velbert komme ich auch vor Ort. Alle Städte siehst du auf der Übersichtskarte.
Was können Eltern zu Hause üben?
Kurze, regelmäßige Übungen wirken am besten: laut Stopp sagen, sicher stehen, Blickkontakt halten und Nein sagen, ohne sich zu entschuldigen. Fünf Übungen dazu findest du oben auf dieser Seite.
Kinder stark machen, die für sich einstehen
Im Training nach „Stark für Kinder“ (früher „Stark auch ohne Muckis“) üben Kinder Haltung, Stimme und klare Worte, in einer kleinen Gruppe und mit viel Spaß.
